„Für jede Familie den richtigen Hund“ – und warum Auslandstierschutz nicht immer Tierschutz ist

Immer häufiger treffen wir auf Nachfragen von Menschen, die einen Hund aus dem „Auslandstierschutz“ erhalten haben. Diese werden oft direkt eingeflogen / überführt und dann in die Familien vermittelt. Dabei verlassen sich die neuen Besitzer auf die Aussagen der Tierschützer – zum Verhalten und Wesen und zum Umgang mit Alltagssituationen. Wir sehen hierbei eine Problematik.

Für jeden Hund gibt es die passende Familie – und nicht jeder Hund ist in jeder Familie am richtigen Platz. Wieso also sollte man sich für einen Hund entscheiden, den man vorab nicht einmal gesehen und erlebt hat?

Leider erreichen uns oft Anfragen von Menschen, die mit ihrem Auslandshund und den damit einhergehenden Problemen alleingelassen worden sind – und überfordert vor Problemen stehen, die im Vornherein doch eigentlich schon anzunehmen waren. Hunde, die große Ängste haben, vielleicht in riesigen Zwingeranlagen lebten. Hunde, die besonders viel Geduld, Liebe und Zuwendung benötigen, bis sie vielleicht überhaupt zum ersten Mal unter dem Sofa hervorkommen.

Hunde, die Alltagssituationen, wie zwei, drei Stunden alleine bleiben, nicht kennen. Hunde, die mit ihrem Wesen und ihrer Art in ihrer neuen Familie vielleicht sogar nicht richtig sind – in einer anderen aber genau richtig wären.

Ungesehen, nie erlebt?

Unsere Empfehlung an Hundeinteressenten ist IMMER, sich einen Hund vorab ANZUSEHEN, sich mit ihm vertraut zu machen. Eventuell auch zunächst einmal eine Pflegestelle anzubieten.

Wir appellieren daran, gründlich zu überlegen, warum genau dieser Hund der richtige ist. Wie ist sein Temperament, seine Persönlichkeit? Passt er und sein Aktivitätsniveau in meine Familie? Könne wir dem Tier gerecht werden?

Aus unserer Sicht ist das Übernehmen eines Hundes, ungesehen und unerlebt, immer ein Risiko. Wir selbst geben niemals eine Zusage zur Betreuung, egal ob zur Tages-oder Urlaubsbetreuung, ohne Hund und Herrchen vorab kennengelernt zu haben.

Auch ein Probetag ist immer wichtig – für uns, den Hund und die Halter. Daran halten wir fest.

Wir unterstützen Tierschutz sehr gerne – wenn wir überzeugt davon sind, dass es sich um Tierschutz handelt.

Wir unterstützen aber nicht das ungesehene einfliegen von Hunden aus dem Ausland – und die Überlassung an neue Familien ohne weitere Hilfestellungen. Ein Hund aus dem Auslandstierschutz kann eine großartige Bereicherung sein – aber immer auch ein Risiko.

Wir würden uns wünschen, dass viel mehr Menschen vor dem Einzug eines Hundes Überlegungen anstellen – und nicht erst mit dem „Problem“ konfrontiert.

Nicht jeder „Auslandshund“ hat „Probleme“

– und oftmals passen diese Hunde gut in die gefundenen Familien. Und auch hier kann es passieren, dass ein Hund in die passende Familie vermittelt wird.

Wir wünschen uns nur mehr Bedacht und Aufmerksamkeit. Mehr Überlegungen. Mehr Gedanken. Mehr Empathie und Verständnis – für Hunde, die keinen einfachen Start ins Leben hatten und/oder leider in einem Tierheim einen Teil ihres Lebens verbringen mussten.

Ein Hund verbringt in der Regel seine restliche Lebenszeit bei uns – und wir werden ihn voraussichtlich überleben. Daher sind wir sein Leben lang für ihn verantwortlich. Für diese Verantwortung sollte kein Facebook-Welpenbild oder eine Ebay-Anzeige Argument genug für eine Übernahme sein.

Herzliche Grüße,

euer TomDog-Team

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